Wissenswertes über backdrops

Liebe Leser und Leserinnen,

willkommen auf unserer nützlichen Info-Seite über backdrops.
Ich werde euch hier nach und nach Infos rund um Fotohintergründe, Ihre richtige Anwendung und Lösungen zu verschiedenen Problemen, die beim Arbeiten mit einem Fotohintergrund auftreten können, bereitstellen.

Dieser Beitrag wirde jede Woche erweitert, so come in and stay tuned 🙂

Viel Spaß beim Lesen,
Eure Katy <3

Bedruckte Fotohintergründe (backdrops)

Backdrops – was ist das überhaupt?

Ihr habt sie alle schon mal gesehen, die tollen Wände und Böden der Fotostudios. Nun, keine davon ist echt. Kein Fotograf hat unzählige Fußbodenbeläge aus Holz in seinem Studio und ebensowenig zig verschiedene Tore, Wände und Dekorationen. Das Geheimnis sind Hintergründe, im Fachjargon backdrops genannt, speziell gemacht für die Studiofotografie.

Backdrops eignen sich für alle Arten der Fotografie, die in Räumen betrieben wird.
Egal ob im professionell eingerichteten Fotostudio, im kleinen Homestudio, bei den Kunden zu Hause bei Homeshootings, egal ob Abiball- oder Abschlußballfotografie, oder bei den Fotos, die uns die Erinnerungen an unsere Kindheit und Jugend erhalten, bei Kindergarten- und Schulfotografie, Fashionshootings, Werbefotografie und Produktfotografie: Ein Foto-Hintergrund ist ein unverzichtbarer Helfer für jeden Fotografen!

Mit nur einem Boden und einem Hintergrund (oder einem Kombibackdrop, bei dem Boden und Hintergrund an einem Stück gedruckt sind) kann man jede beliebige Szene nachbilden. Böden bestehen meistens aus Holz- oder Steinmotiven. Dem Design der Hintergründe sind keine Grenzen gesetzt. Hier hat man eine große Auswahl an Motiven wie Tore, Türen, Muster, Farbverläufe, Strukturen und etlichen anderen Motiven, was jedem Fotografen einen individuellen Gestaltungsspielraum lässt. Durch die vielen verschiedenen Designs passen sich die Foto-Hintergründe perfekt an Stil und Bedarf jedes Fotografen an.

Materialien

Papier

Am Anfang war das Papier. Jeder, der schonmal in einem Fotostudio war, um sich fotografieren zu lassen, kennt die alten Studiohintergründe auf Papierrollen, die der Fotograf abrollt und die Kunden darauf ins beste Licht rückt. Aber das ist Schnee von gestern!
Papier ist nicht nachhaltig, die Rollen verschmutzen leicht oder reissen ein – Papierhintergründe sind eben ein Verbrauchsmaterial und man verbraucht viele davon.

Nicht so die gedruckten Hintergründe

Molton-Tuch

Das sich am längsten im Einsatz befindende Material für backdrops ist Molton-Tuch. Diese Art backdrops sind zwar matt und leicht, haben aber das Problem, dass sie auf unbeschichtetem Stoff gedruckt sind, der keine gute Planlage hat. Stoff ist auch nicht abwaschbar, dafür Maschinenwaschbar, aber die Farben waschen sich aus und man sieht wie bei einer Jeans „Waschkanten“ nach mehrmaligem auswaschen. Ausserdem müssen Moltonbackdrops sehr häufig gebügelt werden, damit sie faltenfrei hängen. Nun stelle man sich vor, man muss eine 2,5×5 Meter große Fläche mit haushaltsüblichen Bügelhilfen vor jeder Verwendung faltenfrei glatt bügeln. Jede Hausfrau wird sich die Haare raufen.

Die Verwendung von Molton ist nicht mehr zeitgemäß, es gibt inzwischen weitaus praktischere Lösungen und auch die Motivauswahl der Moltonbackdrops gehört oft in eine andere Ära.

Vinyl

Das inzwischen am häufigsten verwendete Material für Fotohintergründe ist Vinyl.
Dieses Material ist oft nichts anderes, als LKW Plane.

Vinyl hat eine sehr gute Planlage und lässt sich auch hervorragend am Hintergrund-System befestigen. Es gibt zahlreiche Shops im In- und Ausland, die Vinylbackdrops verschiedener Qualität anbieten. Vinylbackdrops sind häufig günstig im Preis, da es Planenvinyl oft schon in sehr billiger Ausführung gibt. Abstriche bei der Qualität und daraus folgend Abstriche bei der Fotografierbarkeit muss man hierbei allerdings in Kauf nehmen. Gerade Vinylhintergründe aus den europäischen Billiglohnländern, aus Fernost und aus Übersee sind erfahrungsgemäß mit Vorsicht zu geniessen.

Das größte Problem bei sehr günstigen Vinylbackdrops ist, dass sie oft reflektieren. Ein Foto-Hintergrund aus Vinyl hat eine glatte Oberfläche, der oft satte Farbauftrag tut sein übriges und man hat schnell hässliche Reflektionen auf seinen Fotos, die die Illusion des simulierten Raumes oder der simulierten Szene zerstören.

Ein zweites Problem ist, dass LKW-Vinyl-Planen nicht für den Einsatz in Räumen gemacht sind. Vielen Materialien, gerade wieder von Billig-Anbietern aus dem Ausland fehlt die B1-Brandschutzzertifizierung, was einen rechtssicheren Einsatz im Studio, auf Messen, Veranstaltungen, in Schulen oder Kindergärten ausschließt.

Das dritte Problem ist der Geruch. Vinyl ist ein mit Chlor hergestelltes Produkt, welches eigentlich nicht für die Anwendung in Räumen gedacht ist, weshalb die Ausdünstungen schonmal ein ganzes Studio verpesten können. Klar, auch dieser Geruch verfliegt irgendwann, man sollte Vinylbackdrops aber auf jeden Fall vor der Anwendung in einem gut belüfteten Raum ausdünsten lassen.

Aber nicht alle Vinylbackdrops sind schlecht. Es gibt inzwischen auch hochwertige Vinyle, die weder reflektieren, noch stinken und sogar eine B1-Brandschutzzertifizierung besitzen. Diese hochwertigen Vinyle haben allerdings auch Ihren Preis. Vorsicht ist bei vermeintlichen Billig-Schnäppchen geboten: Wer billig kauft, kauft oft zweimal

Vinyl-Coated-Canvas (VCC)

Ein Material, dass sich sehr gut bewährt hat, ist Vinyl-Coated-Canvas (VCC).
Die Basis eines solchen Fotohintergrundes ist ein Viskose-Gewebe, dieses wird beidseitig hauchdünn mit Vinyl überzogen.
Mit dieser Technik hat man alle der oben genannten Probleme bei backdrops ausgemerzt.
Sie knittern nicht (wie Molton-Tuch), sind Abwaschbar und unanfällig gegen Verschmutzungen (wie Papier), die dünne Vinylschicht dünstet nicht aus (wie bei Vinyl), und doch macht sie den Fotohintergrund stabil, haltbar und für den Einsatz im Studio oder mobilen Studio optimal. Durch die rauhere Oberfläche werden ausserdem Reflektionen vermindert, da das einfallende Licht gebrochen wird. Ausserdem ist VCC leicht an Gewicht und daher auch leicht zu handeln. Backdrops aus VCC können problemlos auch in großen Größen von einer einzelnen Person aufgehängt werden.
Da dieses Material aus dem Messebau kommt, ist eine B1 Brandschutzzertifizierung standard.

Öko-Tex

Das letzte Material, das ich Euch gerne vorstellen würde, ist das Öko-Tex.
Öko-Tex ist ein hauchdünnes Tuch, im Gegensatz zu Molton aber leicht und unanfällig für Knitter. Durch seine feine Struktur ist ein Foto-hintergrund aus Öko-Tex besonders gut für die Produktfotografie, Fashion-, oder auch Food-Fotografie geeignet. Es ist völlig matt, reflektiert nicht und erlaubt im Gegensatz zu den Meisten anderen Materialien ein direktes Anblitzen.
Durch sein umweltschonendes Druckverfahren mit Lösungsfreien Tinten ist es absolut geruchs- und schadstoffrei und erhält daher von mir einen grünen Daumen!

Wo bekommt man backdrops?

Es gibt einige Shops in Deutschland, die backdrops anbieten. Eine relativ kleine Auswahl erhält man gelegentlich in den online-Shops namhafter Fotofachgeschäfte wie Calumet.de oder studiobedarf24.de oder auch bei Amazon, aber die dortigen backdrops kommen oft aus dem fernen Osten, zeichnen sich nicht eben durch die beste Qualität aus und haben oft eine zu lange Lieferzeit. Zölle, Einfuhrgebühren und hohe Versandkosten machen diese Variante zudem preislich weit weniger attraktiv, als sie auf dem ersten Moment scheinen.

Ein sehr schöner Shop mit großer Auswahl an verschiedenen Motiven, Größen und Materialien ist erdbeerdrops. Hier findet man für jeden Bedarf den passenden backdrop. Sonderwünsche sowie Sondergrößen sind kein Problem und die Lieferung ist aufgrund deutscher Produktion immer recht zügig.

Wie verwendet man bedruckte Fotohintergründe?

Da diese Art Fotohintergründe in der Regel nur als bedruckte „Plane“ seitens der Hersteller geliefert werden, benötigt man noch ein paar weitere „Zutaten“, um Backdrops auch einsetzen zu können.

Als erstes braucht man eine Aufhängung. Dazu genügt ein herkömmliches Hintergrundsystem (Zum Beispiel von Walimex). Dieses bekommt man in jedem Fotofachgeschäft, oder auch bei Amazon.

An den Querstangen eines Hintergrundsystems befestigt man dann die backdrop-Plane.

Aufhängen mit Klammern

Mit mindestens zwei Klammern, besser drei oder auch vier, je nach Breite des Backdrops, kann man den Fotohintergrund dann am Hintergrundsystem befestigen.

Hierbei ist auf eine gleichmäßige Höhe und faltenfreie Aufhängung zu achten. Es kann jederzeit nachjustiert werden.

Aufhängen mit Hohlsaum

Ein Hohlsaum bei einem Foto-Hintergrund ist eine Schlaufe am oberen Rand des backdrops. Dabei wird ein Stück Material umgeschlagen und verklebt oder vernäht.
In der Regel befindet sich dabei das komplette Motiv des Hintergrundes auf der Vorderseite des Backdrops, alles was nach hinten umgeschlagen wird ist unbedrucktes Material, damit nichts von der Größe des Motives verloren geht.
Durch die so entstandene Schlaufe kann man die Querstange des Hintergrundsystemes ziehen und den Foto-Hintergrund so ganz einfach aufhängen.

Eine gut erklärte Dokumentation zum Aufhängen von backdrops mit Klammern oder Hohlsäumen findet ihr hier.